Zellforscher erhalten Nobelpreis für Medizin

   Amerikanischer Wissenschaftspreis für Forscher von Novartis
Informationen der OECD
12 Millionen Mark für BioFuture-Preis
Mit dem „Biofuture –Preis“ sind am 21.5.2001, sechs Arbeitsgruppen von der deutschen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, ausgezeichnet worden. Mit 12 Millionen Mark Preisgeld ist er der am höchsten dotierte Preis für Nachwuchsgruppen in Deutschland.

Den 100. Nobelpreis für Medizin teilen sich der US-amerikanische Forscher Leland Hartwell vom Fred Hutchinson Cancer Research Center (Seattle) und seine britischen Kollegen Paul Nurse und Tim Hunt vom Imperial Cancer Research Fund (London). Wie die Nobel-Versammlung am Karolinska-Institut am 8. Oktober in Stockholm bekannt gab, erhalten die drei Wissenschaftler den Preis für ihre gemeinsamen Entdeckungen zur „Kontrolle des Zellzyklus“.

Alle Organismen sind aus Zellen aufgebaut, die sich durch Teilung vermehren. Ein erwachsener Mensch besteht aus ungefähr 100 000 Milliarden Zellen, die aus einer einzigen Zelle, der befruchteten Eizelle, entstanden sind. Auch beim erwachsenen Menschen teilen sich die Zellen ständig, um abgestorbene Zellen zu ersetzen. Damit sich eine Zelle teilen kann, muss sie an Grösse wachsen, ihre Erbmasse kopieren und diese exakt auf die Tochterzellen verteilen. Dieser Prozess wird in dem sogenannten Zellzyklus koordiniert.

Die diesjährigen Nobelpreisträger in Physiologie oder Medizin haben bahnbrechende Entdeckungen auf dem Gebiet der Steuerung des Zellzyklus gemacht. Sie haben die Schlüsselmoleküle identifiziert, die den Zellzyklus kontrollieren, und die auf die gleiche Weise bei Hefepilzen, Pflanzen, Tieren und Menschen funktionieren. Diese fundamentalen biologischen Entdeckungen haben grosse Bedeutung für alles, was das Wachstum der Zellen betrifft. Die Forschungsergebnisse haben beispielsweise das Verständnis für die Veränderung der Erbmasse in den Krebszellen gefördert und neue Wege für zukünftige Behandlung von Krebserkrankungen erschlossen.

Leland Hartwell, geb. 1939, Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, USA, wird für seine Entdeckung einer Kategorie von Genen, die den Zellzyklus kontrollieren, ausgezeichnet. Eines dieser Gene hat eine zentrale Funktion bei Beginn eines jeden neuen Zellzyklus und wird daher „Start” genannt. Hartwell führte auch den Begriff Kontrollstation („checkpoint”) ein und vermittelte dadurch eine neue Perspektive des Zellzyklus.

Paul Nurse, geb. 1949, Imperial Cancer Research Fund, London, Grossbritannien, identifizierte mit genetischen und molekularbiologischen Methoden eine der Schlüsselkomponenten der Kontrolle des Zellzyklus, der CDK (Cyclin-abhängige Kinase). Er zeigte auf, dass die CDK ihre Funktion durch die Evolution behalten hat. Die CDK treibt den Zellzyklus durch chemische Modifikation (Phosphorylierung) auf andere Proteine an.

Tim Hunt (geb. 1943), Imperial Cancer Research Fund, London, wird für seine Entdeckung der Cycline belohnt, d.h. der Proteine, welche die Funktion der CDK regeln. Er zeigte, dass die Cycline im Zusammenhang mit der Zellteilung abgebaut werden, ein Mechanismus, der sich als zentral für die Kontrolle des Zellzyklus erwiesen hat. 

Zwei Schweizer Krebsforscher ausgezeichnet
Die Schweizerische Krebsliga (SKL) zeichnet zwei Krebsforscher mit dem Robert Wenner-Preis 2001 aus. Beide Wissenschaftler haben zum Fortschritt in der Krebstherapie beigetragen. Die Entwicklung künftiger Krebsmedikamente sowie die Stärkung der körpereigenen Abwehr gegen Krebszellen profitieren direkt von den preisgekrönten Forschungsarbeiten.
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