Xenotransplantation: Schaffung einer zentralen europäischen Kommission gefordert

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Schweiz: Bundesrat setzt Regelung zur Xenotransplantation in Kraft
Europa: Forschung über Grenzen
Die Europäische Kommission hat einen Entwurf zur Vollbeteiligung der Schweiz am 5. Rahmenprogramm veröffentlicht. Das finanzielle Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union tritt am 1. Januar 2002 in Kraft. Die Schweiz wird jedoch bereits Mitte des nächsten Jahres an das 5. Rahmenprogramm assoziiert, allerdings ohne direkte Finanzierung seitens der Europäischen Kommission bis zum 1. Januar 2002.

Die Chancen und Risiken der Xenotransplantation wurden am 11. Mai in Berlin am Robert-Koch-Institut in einem Symposium diskutiert.

Im vergangenen Jahr ist ein bemerkenswerter Zuwachs an Untersuchungen zur Xenotransplantation zu verzeichnen gewesen, allerdings können der Nutzen für die Patienten und die möglichen Risiken dieser Behandlungsform noch nicht vollständig abgeschätzt werden. Dieses Fazit zogen Transplantationsmediziner, Immunologen, Virologen, Ethiker, Juristen und Vertreter der zulassenden Behörden auf dem 4. Symposium der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Xenotransplantation (DAX) am 11. Mai 2001 im Robert Koch-Institut.

Eine Studie der "Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen", die auf dem Symposium vorgestellt wurde, empfiehlt die Schaffung einer zentralen Kommission, die konkreten klinischen Anwendungen zustimmen muss, und sie empfiehlt vor allem eine verstärkte naturwissenschaftliche Forschungstätigkeit und eine sachliche, alle Chancen und Risiken abwägende Diskussion auch in der Öffentlichkeit.

In die Xenotransplantation, die Übertragung von Zellen, Geweben und Organen vom Tier auf den Menschen, setzen viele Mediziner und Patienten grosse Hoffnungen. Denn die Methode könnte die Probleme, die durch den Mangel an humanen Spenderorganen entstehen, beseitigen helfen und auch bei Krankheiten wie Diabetes oder Alzheimer, bei denen wichtige körpereigene Zellen zugrunde gehen, erstmals Heilungschancen eröffnen.


Da erste klinisch-experimentelle Xenotransplantationen bereits durchgeführt werden, zum Beispiel die Übertragung von Schweinehaut auf Patienten mit gravierenden Brandverletzungen oder von verkapselten Inselzellen vom Schwein auf Diabeteskranke, gewinnt die Frage nach Kriterien für die klinische Anwendung an Bedeutung. Einerseits muss den Patienten Rechnung getragen werden, die ohne eine Transplantation häufig frühzeitig sterben, andererseits sollte vermieden werden, dass neuartige Krankheitserreger vom Tier in den Menschen gelangen und sich möglicherweise in der Bevölkerung ausbreiten. 

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