Gezieltere Krebstherapien, bessere Diagnosemethoden, Implantate ohne Abstossungsreaktionen – das sind einige der Erwartungen an die zukünftigen nanotechnologischen Anwendungen in der Medizin. Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung hat eine neue Studie in Auftrag gegeben, welche die möglichen Veränderungen durch die Nanotechnologie in der Medizin abklären soll.
Die Nanotechnologie gilt als eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Sie umfasst alle Produktionstechniken und Produkte, die sich in der Grössenordnung von 1 bis 100 Nanometer d.h. Milliardstelmeter bewegen. Damit zielt die Nanotechnologie auf die konstruktive Beherrschung von Grössenordnungen, die den kleinsten funktionellen biologischen Strukturen entsprechen.
In der Schweiz läuft derzeit TOP Nano21, ein Programm des ETH-Rates in Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungsinstituten und der Schweizer Wirtschaft. Dieses auf drei Jahre angelegte Programm (2000-2003) ist mit rund 62 Millionen SFr. dotiert.
Aus dem breiten Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten haben die Verantwortlichen des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung den Bereich der Medizin herausgegriffen und dazu eine Studie angesetzt. Durch die Herstellung von körperverträglichen Materialien, neuer und besserer Sensoren, Filter und Membranen dürften völlig neuartige Diagnose- und Therapiekonzepte entstehen, die diejenigen der heute bekannten Medizin in vielen Fällen weit überlegen sein werden.
Folgende Fragen sollen im Rahmen der laufenden Studie beantwortet werden:
- Was sind in einem kurz- und mittelfristigen Zeitraum (bis etwa 2020) die nanotechnologischen Anwendungen in der Medizin?
- In welchem Umfang werden diese Möglichkeiten im gleichen Zeitraum effektiv in die medizinische Praxis Eingang finden?
- Welche positiven und negativen Auswirkungen bzw. welche Chancen und Risiken sind durch die Anwendung dieser Möglichkeiten zu erwarten?
Erste Zwischenresultate werden im Mai dieses Jahres vorliegen. Der Abschluss der ZTA -Studie ist geplant für Ende 2002.
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