Das Thema akademische Nachwuchsförderung und die Alternativen zur Habilitation hat die Universität Zürich in einer Publikation vom 31.1.2002 aufgegriffen. Es wird diskutiert, ob es sinnvoll ist, das bisherige Habilitationsverfahren durch das amerikanische Modell des „Tenure track“ zu ersetzen. 2002-02-05
mo/bi. Der Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates (SWTR) wies bereits im vergangenen Jahr darauf hin, dass der Mangel an Nachwuchs die Schweizerische Forschung vor immer grössere Probleme stellt. Angesichts ungewisser Berufs- und Karrieremöglichkeiten verzichteten viele begabte junge Forscherinnen und Forscher auf ihre Forschungstätigkeit. Dies führe mittelfristig zu einer Ausblutung des Forschungsplatzes Schweiz.
Das Modell des „Tenure Track“ bedeutet vereinfacht zusammengefasst, dass Nachwuchswissenschaftler, die sich für eine Forscherkarriere interessieren, nach einem ersten Auswahlverfahren eine befristete Assistenzprofessorenstelle erhalten; bewähren sie sich in einer zweiten Evaluation, werden sie nach sechs Jahren automatisch zum festangestellten Assistenzprofessor oder zur festangestellten Assistenzprofessorin befördert. «Tenure» für «sichere Anstellung», «Track» für «der Weg dorthin». Die Einführung des Tenure-Track-Systems in der Schweiz würde unter anderem bedeuten, dass die Habilitation ausgedient hätte.
Die Bedeutung der Habilitation wird auch ausserhalb der Schweiz in Frage gestellt. In Deutschland wurde ein Programm gestartet, mit dem Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit zu selbständiger Forschung und Lehre gegeben werden soll. Diese Nachwuchskräfte sollen, sobald das neue Hochschulrecht in Bund und Ländern in Kraft getreten ist, zu sogenannten Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren berufen werden.
E-BioSci für Biowissenschaften geht online
Seit kurzem ist die europäische Website E-BioSci http://www.e-biosci.org online. E-BioSci gilt als Pendant der US-Websites PubMed und PubMed Central. Sie bietet Biowissenschaftlern die Möglichkeit zur Publikation und soll eine zentrale Datenbank für biologische Datenbestände sein. Das Projekt entstand auf Initiative der European Molecular Biology Organisation (EMBO) und wurde von der Europäischen Kommission mit einem Beitrag von 2,4 Mio. Euro unterstützt.