Die Europäische Kommission hat am 4.9.2001 eine breit angelegte Sondierung zu Biowissenschaften und Biotechnologie eingeleitet, um eine strategische Initiative vorzubereiten. In ihrem Konsultationspapier „Eine strategische Vision für Biowissenschaften und Biotechnologie" beschreibt sie zahlreiche Fragen, die mit der biotechnologischen Revolution verbunden sind. Am 27./28. September wird sie eine Konferenz mit verschiedenen Interessenvertretern veranstalten, um eine breite, konstruktive öffentliche Debatte über die Biotechnologie in Europa in Gang zu bringen. Zu dem Strategiepapier sind Meinungsäusserungen von allen BürgerInnen der EU gewünscht und willkommen.
Vom 11. bis 15. Juni 2001 hat die GD SANCO die Schweiz besucht, um die Anwendung der hiesigen Rechtsvorschriften für die Produktion, Verarbeitung, Einfuhr und Kontrolle von Bio-Produkten zu evaluieren. Im Rahmen der Visite wurden die zuständigen Behörden des Bundes (Bundesamt für Landwirtschaft, Schweizerische Akkreditierungsstelle), die Lebensmittelbehörden der Kantone sowie die privaten Kontrollstellen begutachtet, welche für die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften des Bundes zuständig sind. Zudem wurden auch verschiedene Unternehmen aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Importhandel besucht.
Die GD SANCO kommt in ihrem nun vorliegenden Bericht zu einer insgesamt positiven Gesamtbeurteilung des schweizerischen Systems. Sie empfiehlt denn auch der Europäischen Kommission, den Status der Schweiz als gleichwertiges Drittland aufrecht zu erhalten, und einen Ausbau der Zusammenarbeit mit der Schweiz zu prüfen. Auch gegenüber den schweizerischen Behörden wurden Empfehlungen abgegeben, wie das heutige System noch verbessert werden könnte. So soll beispielsweise der Bund seine Aufsichtstätigkeit über die privaten Marktteilnehmer verstärken und in einigen technischen Bereichen präzisere Kontrollvorschriften erlassen.
mo. Schon auf dem europäischen Gipfel vom März 2001 in Stockholm hatte die Kommission betont, dass Europa die Spitzentechnologien beherrschen müsse, auf die der Übergang zu einer wissensgestützten, umweltverträglichen Wirtschaft aufbaut. Im Bewusstsein der Tatsache, dass Biowissenschaften und Biotechnologie schwerwiegende ethische, soziale und wirtschaftliche Fragen aufwerfen, verpflichtete sie sich, bis Ende 2001 ein umfassendes strategisches Papier zu erstellen. Mit dieser Initiative will die Kommission zur Entwicklung einer zukunftsgerichteten Strategie für die Biotechnologie in Europa beitragen. Sie wird einen Aktionsplan für neue Biotech-Initiativen der EU vorlegen und im Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip und dem Weissbuch über Regieren in Europa Empfehlungen an die Mitgliedstaaten, lokale Behörden, die Industrie und andere Interessengruppen aussprechen.
E-BioSci für Biowissenschaften geht online
Seit kurzem ist die europäische Website E-BioSci http://www.e-biosci.org online. E-BioSci gilt als Pendant der US-Websites PubMed und PubMed Central. Sie bietet Biowissenschaftlern die Möglichkeit zur Publikation und soll eine zentrale Datenbank für biologische Datenbestände sein. Das Projekt entstand auf Initiative der European Molecular Biology Organisation (EMBO) und wurde von der Europäischen Kommission mit einem Beitrag von 2,4 Mio. Euro unterstützt.