Grossbritannien: "Grünes Licht" fürs Klonen menschlicher Stammzellen

   Weltweite Befragung: "Würden Sie sich klonen lassen?"
Klonverbot für Menschen
Adulte Stammzellen zeigen im Tierversuch Pluripotenz
Eine Forschungsgruppe aus Minnesota kommt im Tierversuch zu dem Ergebnis, dass bestimmte mesenchymale Stammzellen aus adultem Knochenmark sich pluripotent verhalten. Die multipotenten adulten Stammzellen (kurz: MAPC) differenzieren sich nicht nur in mesenchymale Zellen, auf die sie programmiert sind, sondern auch in eine Reihe anderer somatischer Zelltypen. Voraussetzung dafür ist, dass die adulten Stammzellen im frühen Entwicklungsstadium (Blastocystenstadium) injiziert werden.

In Grossbritannien soll das therapeutische Klonen mit Stammzellen von menschlichen Embryonen erlaubt werden. Dies empfiehlt ein Bericht der führenden wissenschaftlichen Berater der Regierung, der am 16. August in London vom Gesundheitsministerium veröffentlicht wurde.

In dem Bericht werden strenge Kontrollen für Forschungsprojekte angeraten. Damit soll das Klonen von Menschen verhindert, die Erforschung möglicher Therapien durch die gezielte Herstellung von menschlichen Organen jedoch ermöglicht werden. Ob das der Weg für das therapeutische Klonen tatsächlich freigemacht wird, hängt vom britischen Parlament ab, in dem im Herbst ohne Fraktionszwang entschieden werden soll.

Beim therapeutischen Klonen werden Stammzellen eines wenige Tage alten menschlichen Embryos verwendet, mit dem Ziel, Gewebe von Organen aber auch zum Beispiel Zellen von Nerven, Muskeln, Blut und Knochen herzustellen. In einer Pressemitteilung der britischen Regierung heisst es, man erhoffe sich ausser bei der Behandlung von erkrankten oder verletzten Organen auch Fortschritte in der Therapie von Krebs, Wirbelsäulenverletzungen, Diabetes und der Parkinson-Erkrankung. 

Umstrittene Embryonen-Forschung wird in Frankreich erlaubt
In Frankreich wird die Nutzung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken erlaubt. In der Pariser Nationalversammlung zur Revision des Bioethik-Gesetzes wurde nach einer viertägigen Debatte vergangene Woche eine entsprechende Gesetzesnovelle verabschiedet.
Welternährungsgipfel: Grüne Gentechnik könnte den Hunger bekämpfen
Schweiz: Nationale Ethikkommission (NEK) hat ihre Stellungnahme zur Forschung an embryonalen Stammzellen veröffentlicht