Hirnstrukturen können nun dank einer neuen Software leichter lokalisiert werden. Das Forschungsprojekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert.
Ein neues bildmedizinisches System ermöglicht die Lokalisation von Hirnstrukturen, die mit bisherigen Methoden schwer zu unterscheiden waren. Dies ist besonders für die Neurochirurgie von grossem Nutzen. Zum Beispiel, um zur Behandlung der Parkinsonkrankheit Elektroden gezielt in tiefe Hirnregionen einzusetzen. Entwickelt wurde das neue System von Forschenden des Laboratoriums für Signalverarbeitung der ETH Lausanne und des neurochirurgischen Dienstes des waadtländischen Kantonsspitals mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds. Das Forschungsteam hat zuerst auf Grund von Gewebeschnitten einen Atlas des Gehirns erstellt und anschliessend eine Software entwickelt, mit welcher die Bilder durch gezielte Veränderungen an die individuelle Gestaltung des Gehirns eines Patienten angepasst werden.
Die Forscher haben ihr Projekt in zwei Etappen durchgeführt. Zuerst haben sie einen neuen digitalisierten Hirnatlas ausgehend von Gewebeschnitten erstellt. Auf Gewebeschnitten ist es möglich, Strukturen wie den Nucleus hypothalamicus zu erkennen, die durch bildmedizinische Verfahren kaum feststellbar sind. Diese Strukturen werden in die Tafeln des Atlas eingetragen, ähnlich wie in eine geographische Karte den Umriss eines Landes ohne natürliche Grenze.
In der zweiten Etappe wurde eine Software entwickelt, mit welcher sich die Tafeln des Atlas für jeden mit Hilfe des Systems untersuchten Patienten individuell gestalten lassen. Zu diesem Zweck vergleicht das System die Tafeln des Atlas mit den Hirnbildern des Patienten, die mit einem herkömmlichen bildmedizinischen Verfahren, zum Beispiel der magnetischen Kernresonanz, erhalten werden. Dann ändert es die Proportionen der verschiedenen, auf den Tafeln abgebildeten Strukturen derart, dass sie mit den Hirnbildern des Patienten übereinstimmen. So lässt sich am Bildschirm zum Beispiel die genaue Form und Lage des Nucleus hypothalamicus des untersuchten Patienten erkennen und diese Hirnregion sogar mit einer kontrastierenden Farbe verdeutlichen.
Schweiz: Stärkung der adulten Stammzellforschung durch den Schweizer Nationalfond
Das Nationalfond Projekt 46 (NFP 46) stellt 3.5 Millionen Franken für neue Projekte im Rahmen des NFP „Implantate und Transplantate“ zur Verfügung.