Eine Tagung zum Thema "Der Einsatz von genetisch modifizierten Organismen in der Landwirtschaft", veranstaltet von der C.E.D.I.A. (European Confederation of Agronomist Associations), fand Ende Juni in Lissabon (Portugal) statt.
Professor Guedes Pinto gab in seinem Vortrag einen Überblick über die Akzeptanz der Produktion von gentechnisch veränderten Organismen in der Welt. In Kanada sprechen sich 74 Prozent der Bevölkerung für die Gentechnologie aus, während es in der Schweiz, Deutschland und Österreich nur ein Drittel der Bevölkerung sind, so das Ergebnis einer Umfrage. Er appellierte dafür, die öffentliche Meinung ernst zu nehmen und die Produkte aus transgenen Pflanzen klar zu kennzeichnen.
Pierre-Henri Gouyon von der Universität Paris befasste sich in seinem Vortrag mit den ökologischen Auswirkungen der Gentechnologie und mahnte, dass man bei der Übertragung von Genen nicht "Gen für Gen" planen solle, sondern global denken müsse. Die Ökologie von Pflanzen- und Tiergemeinschaften sei sehr schwer einzuschätzen. Daher sei die Freisetzung transgener Pflanzen auch immer ein Risiko.
Einblicke in den aktuellen Stand der Diskussion um die Gentechnologie in Brasilien gab es von Professor Gerson Quirino Bastos aus Brasilien. In Brasilien wird derzeit nur konventionell hergestelltes Saatgut verwendet, da der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen per Gesetz verboten ist. Die Konkurrenz von anderen südamerikanischen Ländern, allen voran Argentinien, wo rund 17 Prozent der weltweit angebauten Kulturpflanzen produziert werden, ist jedoch gross. Brasilien ist das einzige Land in ganz Südamerika, in dem der Anbau von transgenen Pflanzen verboten
ist. Es müsse dringend eine Marktstrategie entwickelt werden, forderte Prof. Bastes, denn im Moment leide die Wirtschaft Brasiliens enorm unter den Auswirkungen der strengen Gesetze. Nichtsdestotrotz findet in Brasilien in vielen Instituten und Unternehmen gentechnologische Forschung statt. Im Moment gibt es etwa 600 Projekte in Brasilien, in denen mit transgenen Pflanzen gearbeitet wird.
Sofia Mendoza von der Konföderation der Europäischen Konsumenten (BUEC) zeigte auf, dass nach den Ergebnissen einer Umfrage in allen europäischen Ländern über 50 Prozent der Verbraucher Lebensmittel mit transgenen Inhaltsstoffen kaufen würden, wenn diese Produkte eine bessere Qualität hätten. " The Freedom of choice" - die Freiheit wählen zu können sei hier unumgänglich, unterstrich Sofia Mendoza. Die Verbraucher forderten daher eine klare Kennzeichnung sowie detaillierte Informationen von Verbraucherorganisationen, Medizinern und Hochschulen.
Seit 1987 gibt es die C.E.D.I.A. Ihr Ziel ist, Vertreter von Agrarverbänden aus ganz Europa an einen zu Tisch bringen, die Entwicklung im Agrarbereich von der Ausbildung bis in das Berufsleben zu begleiten und den Austausch untereinander zu fördern.
Derzeit sind etwa zehn Länder Mitglied, darunter die Schweiz, Deutschland, Griechenland, Frankreich und Portugal. In Zukunft möchte man sich besonders um die Mitgliedschaft von Ländern aus Mittel- und Osteuropa bemühen. Präsident der C.E.D.I.A. ist Willy Ryon aus Belgien.
Europäische Kommission informiert über Biowissenschaften
CORDIS, der Forschungs- und Entwicklungsinformationsdienst der Europäischen Kommission, bietet im Internet einen benutzerfreundlicheren Zugang zu den Ergebnissen des Vierten Rahmenprogramms (RP4) im Bereich Biowissenschaften und -technologien.
Maul- und Klauenseuche in Grossbritannien
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