Gefahr durch antibiotikaresistente Bakterien in Rohwürsten?

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Schweiz: Forschungserfolge bei der Bekämpfung von Entzündungen
Ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Hans-Uwe Simon vom Pharmakologischen Institut der Universität Bern hat in der jüngsten Ausgabe von "Nature Medicine" die Ergebnisse einer Forschungsarbeit publiziert, die neue Aspekte zur Regulation von Entzündungsreaktionen beinhaltet.

Eine Forschungsarbeit des Labors für Lebensmittelmikrobiologie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich zeigt, dass mehrfach antibiotikaresistente Bakterien aus Rohwürsten (z.B. Salsiz, Salami) ihre Resistenzen auch auf menschliche Krankheitserreger übertragen könnten.

Mit diesen Ergebnissen über antibiotikaresistente Bakterien in Rohwürsten komme eine neue Dimension in die Problematik der Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien, die bis jetzt vor allem in Spitälern für grosse Schwierigkeiten sorgten, heisst es in einer Pressemitteilung der ETH. Diese Entwicklung könne direkt mit dem zum Teil unverhältnismässigen Einsatz von Antibiotika in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung zusammenhängen.

Die Resultate von Franziska Schwarz und Michael Teuber vom Labor für Lebensmittelmikrobiologie der ETH Zürich stiessen bei ihrer Präsentation am 21.5.2001 beim Treffen der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie auf grosses Interesse. Die ETH-Forscher isolierten aus einer Schweizer Rohwurst (Salsiz) ein gewöhnliches Darm-Bakterium (Enterococcus faecalis) mit einem Stück übertragbarem Erbgut (Plasmid), das Resistenzgene gegen zwölf Antibiotika enthält. Zu diesen zählen gängige Mittel wie Chloramphenicol, Streptomycin, und Kanamycin. Weiter konnte im Labor nachgewiesen werden, dass dieser Enterokokkenstamm seine Resistenzgene auch auf weitere Bakterien wie Listerien, Laktokokken und andere Enterokokken übertragen kann.

Enterokokken stellen für einen gesunden Menschen keine Gefahr dar, trotzdem tragen sie durch ihre Fähigkeit zum Resistenztransfer zur Ausbreitung von Resistenzgenen bei. Wenn Patienten mit resistenten Enterokokken im Darm ins Krankenhaus kommen, kann das die dortige Resistenzproblematik verstärken. Die vollständige Analyse des Resistenzplasmids brachte noch mehr ans Licht. Ein Teil der Resistenzgene stammte von Krankheitserregern, von Streptococcus agalacticae und von Streptococcus pyogenes, Bakterien, die für Blutvergiftung, Ohr- und Rachenentzündungen und andere ansteckende Krankheiten verantwortlich sind. 

Neue EU-Richtlinie zur Freisetzung und Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen
Das Europäische Parlament (EP) hat einem Richtlinienentwurf zugestimmt, der klarere Regeln für die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen festlegt. Der Entwurf sieht vor, dass ab 2004 Antibiotika-Resistenzmarker nicht mehr verwendet werden dürfen. Ausserdem wird die Kennzeichnung und die Rückverfolgbarkeit der gentechnisch veränderten Produkte verbessert.
WWF: Schweizer lehnen Gentech-Lebensmittel ab - Moratorium verlangt
Neue Vereinbarungen für gentechnisch veränderte Lebensmittel