Die einheimische Lebensmittelproduktion in der Schweiz verzichtet auf Druck der Konsumentinnen und Konsumenten auf gentechnisch veränderte Lebensmittel. Produzenten und Handel kaufen, verarbeiten und verkaufen nur Lebensmittel, die ohne Gentechnik hergestellt sind. Dies stellt der Word Wide Fund for Nature Schweiz (WWF) in einer Pressemitteilung fest. Er fordert darüber hinaus ein Moratorium für Gentechnik in der Landwirtschaft und ruft die Politiker auf, die Umsetzung des Moratoriums bei der Entscheidung über die Gen-Lex zu unterstützen.
mo/bi. Die Umweltorganisation wertet es als Erfolg der Konsumenten, dass Mais- sowie Soja-Produkte von gentechnisch veränderten Pflanzen, z.B. zu Öl, Stärke oder Lecithin verarbeitet, nicht in den Regalen des Lebensmittelhandels zu finden sind, obwohl diese Produkte zugelassen sind. Von den Produzenten wurden mit Erfolg „gentechnikfreie“ Warenquellen ausfindig gemacht. Brigit Hofer von der Handelskette COOP, einem Grossverteiler für Lebensmittel in der Schweiz, und Stephan Baer (Baer AG; Milchprodukte und vegetarische Frischprodukte) haben an der Pressekonferenz darauf aufmerksam gemacht, dass diese „gentechnikfreien“ Alternativen mit beträchtlichen Kosten verbunden sind. Dennoch sei es möglich, die Mehrkosten für den Verbraucher gering zu halten.
Erfreulich ist auch, dass den Aussagen von Handel und Herstellern zu trauen ist. Das zeigen Untersuchungen in der Schweiz an einigen hundert Proben auf Anteile von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, die von Kantonalen Laboratorien gemacht wurden. In vier Fällen wurde die Deklarationsgrenze von einem Prozent überschritten. Dies seien jedoch nach Aussage von Peter Brodmann (Kant. Labor Basel-Stadt) Nischenprodukte gewesen, die von Firmen mit einem ungenügenden Selbstkontrollekonzept verkauft wurden.
Der WWF bemängelte, dass bestimmte gentechnisch veränderte Stoffe und Lebensmittel (z.B. Öl, Zucker, Vitamine) zur Zeit noch nicht deklariert werden müssen. Bisher wird die Deklaration bei diesen Lebensmitteln nur verlangt, wenn die genetische Veränderung analytisch nachweisbar ist. Dem stimmte auch die Konsumentenvereinigung Fédération Romande des Consommateurs (FRC) zu. Die einzige mögliche Kontrolle in diesem Fall sei eine vollständige Warenflusskontrolle von der Quelle bis auf den Teller. Nur so könne die Wahlfreiheit der Konsumenten wirklich gewährleistet werden.
Dem Wunsch des WWF, ein Moratorium im Gesetz zu verankern, schloss sich Stephan Baer an. Die anderen Referenten waren der Ansicht, dass das aktuelle "de facto" – Moratorium ausreiche. Die Vertreterin der FRC, Françoise Michel, betonte, dass schon jetzt die Zeit aktiv genutzt werden sollte, um die notwendige, begleitende Biosicherheitsforschung zu machen.
Quelle: Pressekonferenz Bern
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